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Presseaussendungen - Vorarlberger Landeskorrespondenz

VLK-Text Nr. 112; Donnerstag, 25.6.2009 8:44 Uhr

Landwirtschaft/Fischerei/Bodensee

Fischereierträge weiter unterdurchschnittlich

Internationale Bevollmächtigtenkonferenz für Bodenseefischerei tagte in Baden-Württemberg

Isny-Neutrauchburg (VLK) - Seit über 110 Jahren wird die Fischerei am Bodensee-Obersee von der Internationalen Bevollmächtigtenkonferenz für die Bodenseefischerei geregelt. Vorrangiges Ziel ist es, die Nachhaltigkeit der Befischung sicherzustellen. Ihre größte Herausforderung sehen die Bevollmächtigten aus Baden-Württemberg, Bayern, Liechtenstein, Österreich und der Schweiz derzeit darin, die fischereilichen Maßnahmen an die sinkende Ertragskraft des Bodensees anzupassen, ohne eine Überfischung zu riskieren. Das wurde bei der gestrigen (Mittwoch) Konferenz in Isny-Neutrauchburg (Baden-Württemberg) deutlich.

Die 140 Berufsfischer am Bodensee-Obersee haben im Jahr 2008 gegenüber den beiden Vorjahren leicht verbesserte Fangerträge erzielt. Der Gesamtfang der Berufsfischerei lag mit rund 725 Tonnen zwar über dem Ergebnis von 2007, aber immer noch mehr als 180 Tonnen unter dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre, berichten Günter Osl (Abteilung Landwirtschaft des Landes Vorarlberg) und Benno Wagner (Landesfischereizentrum Vorarlberg), die der österreichischen Delegation angehörten.

Mit 538 Tonnen machen die Felchen 74 Prozent des Gesamtfangs aus. Zweitwichtigster Fisch war der Barsch mit 95 Tonnen (13 Prozent). Die Weißfische trugen mit 36 Tonnen (5 Prozent) zum Gesamtertrag bei. Bei den selteneren Arten stiegen die Fanganteile der Seeforellen (6,8 Tonnen) und Seesaiblinge (12,5 Tonnen) gegenüber dem Vorjahr weiter an und lagen deutlich über dem zehnjährigen Mittel. Diese beiden Arten profitierten von der sehr guten Wasserqualität des Bodensees.

Den vom Internationalen Bodensee-Fischereiverband (IBF) gestellten Anträgen nach einer weitergehenden Anpassung der Netze an das stark verringerte Wachstum der Felchen konnten die Bevollmächtigten heuer nur teilweise entsprechen. Um den Felchenertrag im Frühjahr zu stabilisieren, dürfen künftig in den Monaten Januar bis März für den Felchenfang statt vier 40-Millimeter-Netzen nur drei sowie eines mit 38 Millimeter Maschenweite verwendet werden. Im April dürfen zwei 38-Millimeter-Netze und zwei 40-Millimeter-Netze eingesetzt werden. Zum verbesserten Schutz junger Felchen sind Barschnetze zukünftig erst ab dem 10. Februar erlaubt.

Mit Sorge sehen die Bevollmächtigten die massive und schnelle Zunahme der Kormoranpopulation am Bodensee. Nachdem sich inzwischen mehrere hundert Brutpaare angesiedelt haben, muss von einer jährlichen Fischentnahme von mehr als 200 Tonnen durch diese Vögel ausgegangen werden. Das beeinträchtigt nicht nur der Ertrag der Berufs- und Angelfischer stark, sondern gefährdet auch geschützte Fischarten. Die Bevollmächtigten waren sich einig, dass zur Bewältigung dieses Problems kurzfristig koordinierte Maßnahmen aller Anrainerstaaten erforderlich sind.

Die Angelfischer erreichten im Jahr 2008 mit 59 Tonnen ebenso wie die Berufsfischer ein unterdurchschnittliches Fangergebnis. Der Gesamtfang lag 4,5 Tonnen unter dem Ergebnis des Vorjahres und 11,3 Tonnen unter dem 10-Jahresmittel; er setzte sich vorwiegend aus Barsch (37 Prozent), Felchen (19 Prozent), Karpfen (11 Prozent) und Hecht (4,2 Prozent) zusammen. Im Bodensee–Obersee wurden 2008 insgesamt 13.025 Angelkarten ausgegeben.

Zum 1. Juli 2009 übernimmt turnusmäßig die Schweiz für drei Jahre den Vorsitz der IBKF. Weitere Informationen siehe auf www.ibkf.org.

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Redakteur/in: Gerhard Wirth (LageplanFahrplan)


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