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Presseaussendungen - Vorarlberger Landeskorrespondenz

Freitag, 23.5.2014 8:35 Uhr

Wissenschaft/Preis/Sonderegger

Historiker Meinrad Pichler erhält Vorarlberger Wissenschaftspreis 2014

Verleihung im Landhaus am Welttag der Wissenschaft

Bregenz (VLK) – Der Historiker Meinrad Pichler erhält den diesjährigen Wissenschaftspreis des Landes Vorarlberg. Der Würdigungspreis geht an den Mediziner Reto Bale. Mit dem Spezialpreis zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses werden die Wirtschaftswissenschafterin Susanne Fenkart und der Mathematiker Alexander Mathis ausgezeichnet. Die feierliche Überreichung der Preise findet anlässlich des Welttags der Wissenschaft am Montag, 10. November, im Landhaus in Bregenz statt.

    Der Vorarlberger Wissenschaftspreis wird seit dem Jahr 2000 verliehen. "Damit möchte das Land Vorarlberg hervorragende Leistungen auf dem Gebiet der Wissenschaft von Wissenschafterinnen und Wissenschaftern mit Vorarlberg-Bezug anerkennen", erläutert Landesrat Harald Sonderegger: "Ob Wirtschaft, Technik, Medizin, Natur- oder Geisteswissenschaften – die Forschung in all diesen Gebieten ist eine wichtige Grundlage für die Weiterentwicklung und den Wohlstand in unserer Gesellschaft". Der Hauptpreis ist mit 10.000 Euro dotiert, der Würdigungspreis mit 7.000 Euro. Für den Spezialpreis werden je 3.000 Euro zuerkannt.

Hauptpreisträger

   Meinrad Pichler wurde 1947 in Hörbranz geboren. Er studierte Germanistik und Geschichte (Lehramt) an der Universität Wien. Von 1972 bis 1994 unterrichtete er als Lehrer am BRG Dornbirn Schoren, von 1994 bis zu seiner Pensionierung 2010 war er Direktor des BG Bregenz-Gallusstraße. Seit 1978 hat Meinrad Pichler neben seiner Unterrichtstätigkeit am Gymnasium über 100 Publikationen zu landesgeschichtlichen und literarischen Themen mit den Schwerpunkten Emigration aus Vorarlberg, NS-Zeit, Kultur- und Alpgeschichte, Schweiz-Anschluss und biografische Porträts veröffentlicht.

   Pichler war 1982 Mitbegründer der Johann-August-Malin-Gesellschaft zur Erforschung der neueren Geschichte Vorarlbergs und hat seither für die Malin-Gesellschaft verschiedene Publikationen betreut, Gedenkveranstaltungen durchgeführt und Vorträge gehalten. Seine Publikationen zur Vorarlberger Landesgeschichte sind für ein breites Publikum verständlich aufbereitet und gleichzeitig wissenschaftlich fundiert. Mit dem Wissenschaftspreis soll auch sein wichtiger Beitrag zur Vorarlberger Zeitgeschichtsforschung der letzten 30 Jahre anerkannt werden. "Ohne wissenschaftliche Einrichtung im Hintergrund hat Meinrad Pichler in Vorarlberg bedeutende wissenschaftliche Aktivitäten mit großer Breitenwirkung durchgeführt", betont Landesrat Sonderegger.

Würdigungspreis

   Reto Bale wurde 1969 in Eschen/FL geboren und ist in Satteins aufgewachsen. Er studierte Medizin an der Universität Innsbruck und absolvierte Studienaufenthalte in den USA und Australien. 2002 habilitierte er an der Universität Innsbruck. Seit seinem Studienabschluss ist Professor Bale an der  Medizinischen Universität Innsbruck tätig, derzeit leitet er die Abteilung für mikroinvasive Therapie an der Universitätsklinik für Radiologie.

   Die Forschungsschwerpunkte von Professor Bale liegen auf der minimalinvasiven Tumortherapie und computerunterstützten Eingriffen. Er war u.a. maßgeblich an der Ausarbeitung und Weiterentwicklung der stereotaktischen Radiofrequenzablation beteiligt, einem Verfahren, bei dem Tumorgewebe mit hochfrequentem Wechselstrom mithilfe eines 3D-Navigationssystems zerstört wird. Er ist Mitglied mehrerer wissen-schaftlicher Gesellschaften, hat zahlreiche Artikel in wissenschaftlichen Zeitschriften veröffentlicht, hält verschiedene Patente und wurde für seine Forschungen bereits mehrfach ausgezeichnet.

Spezialpreis

   Susanne Fenkart wurde 1982 in Hohenems geboren. 2006 schloss sie das Studium "Unternehmensführung in der Tourismus- & Freizeitwirtschaft" am MCI Innsbruck ab. Anschließend absolvierte sie ein Doktoratsstudium der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften am Institut für Organisation und Lernen der Universität Innsbruck. Auch dieses Studium beendete sie 2013 mit Auszeichnung. 2013 schloss sie außerdem ein Diplomstudium der Kunstgeschichte an der Universität Innsbruck ab. In ihrer Dissertation "Zum Verhältnis von Wirtschaft und Kunst" führte Fenkart 28 narrative Interviews mit Unternehmensvertreter/innen und Bildenden Künstler/innen in Österreich, Deutschland, Italien und Liechtenstein durch, darunter mit acht Vorarlberger Unternehmern und drei Vorarlberger Künstlern. Frau Fenkart hat bereits mehrere Preise und Stipendien erhalten und ihre Forschungsergebnisse bei wissenschaftlichen Kongressen vorgestellt. Ihre Dissertation wird demnächst veröffentlicht.

   Der Hörbranzer Alexander Mathis wurde 1983 in Bregenz geboren. Er studierte Mathematik an der Universität München. Nach Abschluss dieses Studiums absolvierte er von 2008 bis 2012 ein Doktoratsstudium an der Graduate School for Systemic Neurosciences der Universität München. Während seines Doktoratsstudiums war Mathis wissenschaftlicher Mitarbeiter am LMU & Bernstein Center for Computational Neuroscience in München und forschte, wie auch im Rahmen seiner Dissertation, zu optimalen neuronalen Codes zur Repräsentation von Raum sowie zum Data-Mining und zur Analyse von neurobiologischen Daten. Seit August 2013 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Department for Cellular und Molecular Biology an der Harvard Universität und arbeitet am Forschungsprojekt "Wie Mäuse Gerüche kodieren, um Spuren zu folgen" mit. Er wurde bereits mit mehreren Stipendien und Preisen ausgezeichnet, konnte Artikel in wissenschaftlichen Zeitschriften veröffentlichen und Vorträge bei wissenschaftlichen Tagungen halten.

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Redakteur/in: Thomas Mair (LageplanFahrplan)


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