Regierungserklärung
von Landeshauptmann Dr. Herbert
Sausgruber
vor dem Vorarlberger Landtag
Bregenz, am 5. Oktober 2004 |
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Herr Präsident, Hoher Landtag!
Die Politik des Landes kann in den
nächsten Jahren nach den bewährten
Grundsätzen und Werten fortgeführt
und weiterentwickelt werden:menschlich,
leistungsfähig und eigenständig
und ich sage dazu menschlich
und damit lebenswert, leistungsfähig
und modern, eigenständig
und weltoffen.
Damit ist das gute Maß angesprochen
zwischen Verändern und Bewahren,
regionalem Spielraum und notwendigem
Rahmen, Leistung und Solidarität,
Suche nach breit getragenen Lösungen
und Kompromissen und der Fähigkeit
zu notwendigen Entscheidungen. Letztlich
geht es um die Frage: Wo und wie
kann ein Land, eine Region in einer
großräumig organisierten
Wirtschaft und Gesellschaft intelligent
und entschlossen Spielräume
wahrnehmen und Chancen nützen?
Die Entwicklung unseres Landes ist
positiv, in manchen Bereichen sogar
außergewöhnlich. Wir
sind zwar nicht frei von Schwierigkeiten
und Risiken, aber es gibt große
Chancen.
Eine starke mittelständische
Wirtschaft, die sich durch hohe
Motivation von Arbeiternehmerinnen
und Arbeiternehmern und Unternehmern,
gute Ausbildung und die ständige
Bereitschaft zur Veränderung
im Wettbewerb behauptet und ihren
Vorsprung im Vergleich zur Umgebung
sogar erhöht.
Wir verfügen über ein
sehr gut entwickeltes soziales Netz,
auf der Grundlage von Familiensolidarität
und Ehrenamt, das durch professionelle
Dienste gut ergänzt wird.
Wir haben ein hervorragendes Bildungs-
und Gesundheitswesen, hohe Umweltqualität
und gleichwertige Lebensverhältnisse
in Stadt und Land. Vorarlberg ist
kulturell lebendig.
Diese gute Position zu erhalten
und weiter zu entwickeln, Initiativen
zu koordinieren und zu stärken,
Impulse für neue Entwicklungen
zu geben und die Kräfte konsequent
auf langfristige Ziele zu lenken,
ist unsere Aufgabe.
Dafür brauchen wir nicht nur
den Willen, sondern auch Gestaltungsspielraum
und finanzielle Kraft und die Bereitschaft,
Trägheiten und Widerstände
zu überwinden und voranzugehen,
Entscheidungen zu treffen.
Das Notwendige tun, sich um die
Menschen kümmern und nicht
zu viel versprechen. Menschlich
und lebenswert Land
mit sozialer Gesinnung
Vorarlberg ist ein Land mit sozialer
Gesinnung und soll es auch bleiben.
Ziel ist die Erhaltung der hohen
Sozialstandards und ihre Weiterentwicklung
mit Zugang für jedermann.
Familien im Zentrum der
Gesellschaft
In der Familie erlebt der Mensch
Gemeinschaft und erfährt Solidarität
und gewinnt Vertrauen fürs
Leben. Die Familie zählt heute
trotz starker Veränderungen
und Instabilitäten mehr denn
je zu den zentralen Lebenswünschen
der Menschen. Wir sehen es als unsere
Aufgabe, gerade jungen Menschen
zu helfen, ihre Vorstellungen von
Familienleben zu verwirklichen.
Unser Ziel ist es, den Familien
einen gesicherten
Rahmen zu geben, zu stützen
und zu fördern.
Das Wohl der Kinder soll stärker
gesehen werden.
Betreuung von Kindern und älteren
Menschen zu Hause in der Familie
sehen wir positiv. Wir ignorieren
nicht wie die österreichische
Statistik die Kinderbetreuung in
der Familie. Dem steigenden Bedarf
an Betreuungsplätzen außer
Haus wollen wir gemeinsam mit den
Gemeinden nachkommen und
den Aufbau eines Netzes an Betreuungsmöglichkeiten
fortsetzen.
Schutz der Familie heißt auch,
gegen Gewalt und Missbrauch konsequent
einzutreten. Zahlreiche Projekte
und Aktionen werden fortgesetzt
und neu begonnen, um die Familie
und ihre Bedeutung in der Gesellschaft
stärker bewusst zu machen.
Mit der Aktion Kinder in die
Mitte nehmen Miteinander
der Generationen verfolgen
wir das Ziel kinder-freundlichstes
Land zu werden, indem wir die Kinder-
und Familienfreundlichkeit weiter
ausbauen und das Miteinander der
Generationen verbessern. Bestandteil
der neuen Initiative ist das so
genannte Bürgergutachten".
Auch die Aktion Ehrenamt -
unverzichtbar, unbezahlbar
wird mit der Initiative Jugend
vor den Vorhang fortgesetzt,
das Sozialkapital im
Ehrenamt ist ein Schatz, den wir
pflegen, auch mit der Bereitschaft,
neue Organisationswege zu gehen,
z.B. im Bereich der aktiven Senioren.
Im Pflegebereich können wir
auf das bewährte 3-Säulen-Modell
bauen: Pflegende Angehörige,
ambulante und stationäre Dienste.
Durch die pflegenden Angehörigen
und die ambulanten Dienste ist es
möglich, dass rund 80 Prozent
der pflegebedürftigen Menschen
in unserem Land zu Hause in ihrer
vertrauten Umgebung betreut werden
können. Wir wollen, dass es
so bleibt und werden daher die ambulanten
Dienste
durch neue Modelle des betreuten
Wohnens ausbauen. Das Pflegebettenangebot
wird nach dem Bedarfs- und Entwicklungsplan
erweitert.
Wir sagen Ja zum Hospizgedanken,
der lautet Leben bis zuletzt
und zur palliativen Betreuung, Nein
zur aktiven Sterbehilfe.
Chancengleichheit für Frauen
Auch in Zukunft fördern wir
die Chancengleichheit für Frauen.
Wir bekennen uns zu einem partnerschaftlichen
Lebensmodell und setzen die vollständige
Gleichberechtigung von Mann und
Frau voraus. Wir unterstützen
die echten Wahlfreiheiten durch
weitere Initiativen zur Schaffung
von Teilzeitarbeitsplätzen
und flexiblen Arbeitszeitregelungen,
durch den Ausbau von zusätzlichen
Kinder- und Schülerbetreuungsmöglichkeiten.
Gesundheit gute Qualität
weiterentwickeln
Das Gesundheitswesen in Vorarlberg
ist aufgrund des hohen Standards
international anerkannt. Zum Erhalt
und zur Weiterentwicklung des hohen
Qualitätsstandards bei gleichzeitiger
Sicherung des Zugangs für Jedermann
setzen wir folgende Schwerpunkte
- Investitionen in die Krankenhäuser
- weitere Impulse durch den
Vorarlberger Gesundheitsfonds
- Weiterentwicklung der Gesundenuntersuchungen
- Schwerpunkte bei Nachsorgeeinrichtungen
und Rehabilitation
Drogenpolitik mit Augenmaß
Schädlicher Gebrauch und
Abhängigkeit von Rauschmitteln
sind große sozialmedizinische
und gesellschaftliche Herausforderungen.
Ziel ist es, weiterhin Missbrauch
sowie Abhängigkeit von Drogen
und Alkohol durch präventive
Maßnahmen einzudämmen
und ein breit gefächertes
Therapieangebot zugänglich
zu machen.
Der große Schritt in
die Welt des Lernens
Der Kindergarten als vorschulische
Bildungseinrichtung ermöglicht
den Kindern einen spielerischen
Zugang zur Welt des Lernens. Kinder
sollen gemäß ihren
Anlagen und Entwicklungsmöglichkeiten
gefordert und gefördert werden.
Ein moderner Bildungs- und Erziehungsplan
ist dafür die Grundlage.
Die Angebote der Kindergärten
werden zunehmend flexibler und
den tatsächlichen Bedürfnissen
angepasst. Mit dem Projekt Von
einer Hand in die andere
wird der Übergang in die
Schule erleichtert. Darüber
hinaus ist der Ausbau der Schülerbetreuung
eine stetige Herausforderungen
der nächsten Jahre. Schülerbetreuung
muss vor Ort wachsen, sie muss
bedarfsgerecht und freiwillig
sein. Die von den Gemeinden und
dem Land Vorarlberg geschaffenen
Rahmenbedingungen sollen dies
erleichtern. Ausgezeichnet entwickelt
sich auch die Kooperation zwischen
Schule, Wirtschaft, Sozialpartnerschaft
und allen Bereichen der Schulpartnerschaft.
Ländle-Sport ist Spitze
Das Land Vorarlberg ist ein verlässlicher
Partner des Breitensports und
des Spitzensports. Wir wollen
Kinder und Jugendliche mit besonderen
sportlichen Begabungen möglichst
früh fördern. Wir stehen
für eine enge Partnerschaft
und Vernetzung zwischen Sportvereinen
und Schulen. Sport ist auch ein
starker wirtschaftlicher Faktor
für unser Land und wir wollen
daher das Sportstättenkonzept
weiterentwickeln.
Zahlreiche Projekte wie z.B. das
Vorarlberger Olympiaförderungsmodell
Projekt Leistungssport und
Berufsausbildung, Investitionen
in die Infrastrukturen oder Unterstützungen
von Großveranstaltungen
(Euroteam 2004, Weltgymnaestrada
2007) werden weiterverfolgt.
Kunst und Kultur als Herausforderung
Die Vorarlberger Kulturszene hat
sich beachtlich entwickelt. Durch
ein umsichtiges Kulturmanagement
soll das offene Klima für
künstlerisches Schaffen gepflegt
werden. Wir wollen daher die Vielfalt
unserer Kulturszene durch ein
breites Förderangebot erhalten.
Darüber hinaus wollen wir
durch Investitionen im Bereich
Infrastruktur Voraussetzungen
verbessern.
Jugendarbeit in Vorarlberg
Ein Schwerpunkt im Bereich der
Jugend ist die Beteiligung. Unser
langfristiges Ziel ist es, die
Kinder- und
Jugendbeteiligung zu einem kontinuierlichen
Prozess auf Landesebene zu vertiefen
und in den Gemeinden entsprechend
den jeweiligen Bedürfnissen
aufzubauen und zu verankern. Unser
Ziel ist es die Grundlagen für
eine intensive Jugendbeteiligung
in den Gemeinden durch Beratung,
durch Koordination und Vernetzung
weiter zu verbessern.
Menschen mit Behinderungen
Menschen mit Behinderungen sollen
befähigt werden, ein möglichst
eigenverantwortliches Leben in
der Gemeinschaft mit persönlichem
Freiraum zu führen. Wir fördern
die Chancengleichheit von Menschen
mit und ohne Behinderungen und
stärken das Bewusstsein der
Bevölkerung für die
Solidarität mit pflege- und
hilfsbedürftigen Menschen.
Wir planen ein neues Konzept für
Behindertenhilfe und Rehabilitation,
gestützt durch Privatinitiative
und Selbsthilfe und wollen eine
intensive Vernetzung der unterschiedlichen
Reha-Programme. Den Ausbau und
die Weiterentwicklung des Leistungsangebotes
im Bereich Wohnen für Menschen
mit mentaler Behinderung und die
Weiterentwicklung und Optimierung
der Leistungen im Bereich der
beruflichen Rehabilitation streben
wir an.
Nachhaltiges Denken und Handeln
Unserem Grundsatz der Nachhaltigkeit
zufolge kommt der Verringerung
des Energieverbrauchs und der
daraus erwachsenden geringeren
Umweltbelastung (Verminderung
der Treibhausgasemissionen) hohe
Bedeutung zu. Wir wollen so leben
und wirtschaften, dass wir die
Chancen kommender Generationen
erhalten, das heißt nicht
vom Kapital, sondern von den Zinsen
zu leben. Grundlage unserer Arbeit
ist das
Energiekonzept 2010.
Vorrang in der Energiepolitik
des Landes hat daher das Energiesparen
sowie der Ausbau erneuerbarer
Energieträger. Wir konzentrieren
uns neben der Wasserkraft auf
Biomasse, Solarenergie sowie Biogas
und Energie aus Wärmepumpen,
was sich nicht nur positiv auf
das Klima, sondern auch auf die
Wertschöpfung im ländlichen
Raum auswirkt.
Eine wichtige Aufgabe der Wasserwirtschaft
des Landes ist die Sicherung des
heimischen Trinkwassers, durch
Erhalt der guten Wasserqualität
und Versorgungssicherung. Hinzu
kommt die Fortführung des
Trinkwasservorsorgekonzeptes und
der weitere Ausbau des Hochwasserschutzes.
Die guten Abfallwirtschaftsdaten
und die Verwertungsquote der letzten
Jahre zeigt, dass wir hier auf
einem guten Weg sind. Trotzdem
gilt es die Bewusstseinsbildung
in der Bevölkerung weiter
zu stärken.
Mit der Erarbeitung eines räumlichen
Entwicklungsleitbildes für
das Rheintal wird eine neue Seite
für die Weiterentwicklung
aufgeschlagen. Gemeindekooperation,
nachhaltige Siedlungsentwicklung
und Freiraumstärkung sind
die Kernanliegen dieses Projektes.
Wertschätzung bäuerlicher
Arbeit bringt Wertschöpfung
Wir geben auch weiterhin ein klares
Bekenntnis zur Stärkung des
ländlichen Raums ab. Die
zeit- und arbeitsintensive Leistung
unserer Bäuerinnen und Bauern
im Rahmen des naturverträglichen
Arbeitens und Wirtschaftens ist
für die dauerhafte Nutzung
und Pflege der Grünland dominierten
Kulturlandschaft unverzichtbar.
Den erfolgreichen Vorarlberger
Weg wollen wir in einer breiten
partnerschaftlichen Zusammenarbeit
der Land- und Forstwirtschaft
mit Tourismus, Handel und Gewerbe
fortführen.
Umweltschonende Verkehrsabwicklung
Derzeit wird das Verkehrskonzept
überarbeitet. Im Rahmen eines
ausführlichen Begutachtungsverfahrens
sollen alle interessierten Vorarlbergerinnen
und Vorarlberger die Möglichkeit
zur Meinungsäußerung
bekommen. Das Ergebnis wird als
verkehrspolitische Leitlinie mit
Handlungsschwerpunkten für
die nächsten zehn Jahre dienen.
Ziel der Verkehrspolitik ist es,
die Mobilitätsbedürfnisse
im Lande möglichst umweltfreundlich
zu gewährleisten durch Verbesserung
des öffentlichen Personennahverkehrs,
der Bahninfrastruktur und auch
des Fahrradverkehrs.
Durch ein durchdachtes Mobilitätsmanagement
sollen weitere Anreize geschaffen
werden.
Es geht nicht nur darum, neue
Ideen zu entwickeln, sondern vor
allem bestehende Ideen und Maßnahmen
zu verbreiten, zu vernetzen und
zu koordinieren.
Im Bereich des Straßenbaus
bedarf es noch einiger notwendiger
Netzergänzungen mit dem Ziel,
neben der
Erhöhung der Verkehrssicherheit
die Entlastung dicht besiedelter
Ortskerne vom Durchgangsverkehr
zu gewährleisten.
Leistungsfähig und modern
Impulse für Arbeit und
Beschäftigung
Arbeit und Bildung sind heute
zu einem untrennbaren Begriff
geworden. Das Humankapital eines
Landes ist ein entscheidender
Standortfaktor für Unternehmen
mit Wachstumsmöglichkeiten.
Junge Menschen sollen bereits
in der Ausbildungsphase frühzeitig
auf eine Berufslaufbahn vorbereitet
werden, in der lebenslanges Lernen
selbstverständlich ist. Parallel
dazu sind aber auch Maßnahmen
zu treffen, die älteren Menschen,
Langzeitarbeitslosen und Frauen
eine Reintegration in den Arbeitsmarkt
ermöglichen bzw. neue Beschäftigungsfelder
außerhalb der Marktgegebenheiten
für Menschen zu finden, die
nicht mehr in
den Arbeitsmarkt vermittelbar
sind.
Im Tourismus ist die Grundlage
unserer Arbeit neben dem zu überarbeitenden
Tourismuskonzept das tourismuspolitische
Impulsprogramm.
Darüber hinaus unterstützen
wir Beschäftigungsinitiativen
im ganzen Land oder fördern
weitere Betriebsansiedelungen
in Gewerbeparks.
Durch Investitionen in den öffentlichen
Hochbau werden weitere Verbesserungen
des hohen Qualitätsniveaus
in den Bereichen Schul- und Bildungswesen,
Gesundheitsversorgung
und Kultur erzielt. Besonderen
Wert legen wir auf die energetische
und ökologische Qualität
von Landesgebäuden. Ziel
ist es, die im Energiekonzept
2010 definierte Energieverbrauchsreduktion
zu erreichen und damit Vorbildfunktion
zu zeigen. Die finanziellen Investitionen
im Hochbau sind für unsere
heimische Wirtschaft besonders
wichtig. Deshalb wird auch weiterhin
besonderes Augenmerk darauf verwendet,
die Wertschöpfung innerhalb
der Region zu halten.
Ganz besonders konzentrieren wir
uns auch weiterhin auf die Wohnbauförderung
in ihrer sozialen, ökologischen
und wirtschaftlichen Funktion.
Bei Neubauten und Sanierungen
werden ökologische Kriterien
bei der Verwendung der Materialien,
der Wahl der technischen Ausstattung
und vor allem beim Energiehaushalt
berücksichtigt. Durch den
verantwortungsbewussten Umgang
mit den vorhandenen Ressourcen
und der Verwendung energetisch
sinnvoller Materialien steigt
die Wohnqualität und sinken
die Erhaltungsund Betriebskosten.
Die Vorbildwirkung unterstreichen
wir als gemeinnützige Bauträger
beim barrierefreien Bauen und
damit
altersgerechten Wohnen. Eine ständige
Adaptierung der Wohnbeihilfe bringt
die nötige soziale Abfederung.
Die Verbesserung der Altwohnungen,
der Nachverdichtungen hilft, vorsichtig
mit dem Baugrund in Vorarlberg
umzugehen.
Schwerpunkte Bildung und Forschung:
Um die Herausforderungen bewältigen
zu können, ist eine gute
Ausbildung erforderlich.
Die Vorarlberger Wirtschaft ist
stark exportorientiert. Grenzüberschreitende
Zusammenarbeit im Rahmen international
anerkannter Bildungsangebote und
der Forschung stärkt die
Wettbewerbschancen für Arbeitnehmerinnen
und Arbeiter sowie Unternehmen:
- Bildungszuschuss: Ziel der
Maßnahme ist es, arbeitsmarktrelevante
Bildungsabschlüsse zu fördern,
die der Absicherung der Beschäftigungsfähigkeit
in gegenwärtigen und künftigen
Tätigkeitsfeldern dienen.
- Die Duale Ausbildung hat in
Vorarlberg einen sehr hohenStellenwert
und wir setzen ganz bewusst
einen Förderanreiz für
Lehre und Matura
- Lehrlingsakademie Ausbilderqualifizierung:
Entscheidend für eine gute
Lehrlingsausbildung sind qualifizierte
Lehrlingsausbildner.
- Ausbau und Weiterentwicklung
der Forschungszentren an der
Fachhochschule Vorarlberg und
Erschließung weiterer
Forschungsfelder
- Ausbau des berufsbegleitenden
Bildungsangebotes durch die
verstärkte Nutzung von
E-Learning Modulen und anderen
neuen Medien. Fortsetzung der
Internationalisierungsstrategie
Moderne Verwaltung und Rechtsordnung
Wir wollen auch weiterhin eine
moderne und sparsame Landesverwaltung,
die sich als Dienst am Bürger
und Partner der Wirtschaft versteht.
Korrekt und zügig entscheiden
mit Hausverstand und Sachverstand.
E-Government nehmen wir als Herausforderung
für die Verwaltung an. Mit
einer regelmäßigen
Rechtsbereinigung verfolgt das
Land eine moderne und zweckmäßige
Rechtsordnung. Neue Gesetze werden
so schlank wie möglich gehalten,
alte und überholte Vorschriften
ersetzt.
Die Gesetzesfolgenabschätzung
ist eine vorausschauende, begleitende
und auswertende Abschätzung,
die die Folgen einer Vorschrift
ermöglicht. Die Weiterentwicklung
der Verwaltung erfolgt u.a. durch
Einführung des New Public
Management, weiterer E-Government-Initiativen
oder Weiterentwicklungen der Servicestellen
der Bezirkshauptmannschaften.
Wir werden unsere Anstrengungen
zur Einführung der Briefwahl
für Landes- und Gemeindewahlen
fortsetzen und ich hoffe, dass
die notwendige 2/3 Mehrheit im
Nationalrat erreichbar ist.
Eigenständig und weltoffen
Eine Starke Region durch Eigenständigkeit
Wir stehen für eine offene,
grenzüberschreitende Zusammenarbeit
in einem Europa der Regionen,
wehren uns aber dann, wenn unsere
Rechte und Gestaltungsmöglichkeiten
durch Eingriffe von außen
eingeengt werden. Ohne gestalterische
und finanzielle Spielräume
können wir unsere Ziele nicht
erreichen. Dafür werden wir
im Konvent kämpfen und uns
auch im Finanzausgleich für
eine faire Lösung ohne weitere
Schmälerung der Finanzmasse
(einschließlich der Wohnbauförderung)
und ohne ein weiteres Notopfer
an den Bund einsetzen.
Sicherheit braucht funktionsfähige
regionale Strukturen
Die Sicherheitspolitik des Landes
hat auch in den kommenden Jahren
eine besondere Bedeutung. Sicherheit
gibt es nicht zum Nulltarif. Niemand
garantiert uns Sicherheit, außer
wir selbst. Zukunftsorientierte
Sicherheitspolitik bedeutet auch,
personell und ausrüstungsmäßig
über eine gut ausgestattete
Exekutive zu verfügen, die
hohen Standards im Bereich der
Feuerwehren, Hilfs- und Rettungsorganisationen
zu halten und den technischen
Möglichkeiten laufend anzupassen
sowie für
den Einsatz- und Katastrophenfall
ein effizientes truppenführungsfähiges
Militärkommando mit einer
eigenständigen Milizstruktur
im Land zu erhalten.
Hierher gehört auch eine
ehrliche und menschliche Asylpolitik
sowie eine konsequente Haltung
in der Fremdenpolitik nach dem
Grundsatz "Zuzugsstop und
Toleranz". Dies verlangt
ein gewisses Maß an Integration
und kann und darf sich nicht nur
am Zuzugswillen der Menschen orientieren.
Durch hervorragende Zusammenarbeit
der Projektstelle okay.zusammen
leben, mit den Gemeinden
und dem Land und den zahlreichen
Vereinen und Institutionen wird
eine geeignete Basis für
die Integration geschaffen.
Keine neuen Schulden
Die gute Entwicklung unseres Landes
bestätigt den eingeschlagenen
Kurs der Sparsamkeit, Zukunftsorientierung
und guten finanziellen Ordnung.
Wir bleiben dabei unserem Grundsatz
Keine neuen Schulden
für Vorarlberg treu, um mit
soliden Finanzen in der langfristigen
Gestaltung für kommende Generationen
auch weiterhin handlungsfähig
zu sein.
Meine Damen und Herren, ich
lade Sie ein, die Landesregierung
bei der Bewältigung dieser
Aufgaben zu unterstützen.
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